Zeittafel 1933 -1945

Lenes Geschichte erzählt sich auch ohne die historischen Zusammenhänge in aller Ausführlichkeit zu kennen. Obwohl sich viele Menschen heute gut informiert, viele sogar „überfüttert“ mit Informationen zum Nationalsozialismus und zum 2. Weltkrieg fühlen, ist man am Ende doch immer wieder erstaunt, was unserem Gedächtnis entfallen ist. Mit diesem Wissen entfaltet sich jedoch noch einmal eine weitere Facette, lässt sich noch mehr aus den Briefen herauslesen. Deshalb gibt es auch im Buch eine Zeittafel, die dabei hilft.

1933
Januar

Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler, erste Maßnahmen zur totalen Machtergreifung beginnen. Politische Gegner werden unter Druck gesetzt.
Februar
Brandstifter legen ein Feuer im Reichstag, Reichspräsident Hindenburg erlässt eine Notverordnung: Die Bürgerrechte werden außer Kraft gesetzt, Presse- und Meinungsfreiheit eingeschränkt. Neuwahlen werden ausgerufen. Der Terror durch die NS-Organisationen beeinflusst die Wahl massiv, die SA (Sturmabteilung), paramilitärische Kampforganisation der NSDAP, schüchtert politische Gegner ein.
März
Die NSDAP wird mit über 40 Prozent stärkste Partei, Hitler bleibt mit Unterstützung der Deutschnationalen Volkspartei an der Macht. Umgehend beginnt die Verfolgung politisch unliebsamer Parteien, insbesondere der Sozialdemokraten. Im Laufe des Jahres werden alle anderen Parteien verboten. Auch in Köln übernimmt die NSDAP die Macht, der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer muss fliehen. Mit dem Ermächtigungsgesetz wird letztendlich die Abschaffung der Demokratie beschlossen: Aufhebung der Gewaltenteilung, Legislative und Exekutive liegen in der Hand der Regierung. Sie kann nun ohne Kontrolle Gesetze erlassen und diese mittels des Verwaltungsapparats und der Polizei durchsetzen.
April
Wichtige Gesetze werden erlassen, durch die Gegner des Nationalsozialismus aus allen öffentlichen Funktionen entfernt werden, z. B. der »Arierparagraph«: Menschen jüdischer Religion werden aus dem Beamtentum ausgeschlossen. In den nächsten Jahren werden Juden aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgegrenzt. In Köln leben zu diesem Zeitpunkt noch 20.000 Juden. Am 1. April sorgt die NSDAP dafür, dass der Hass auf die Juden sich erstmals in großem Stil entlädt: Boykott jüdischer Geschäfte, Handwerker, Ärzte. Die Gleichschaltung der Verwaltungs- und Regierungsstrukturen, Justiz, Universitäten, Jugendorganisationen beginnt. Am Ende gibt es für alles eine nationalsozialistische Vereinigung: Hitlerjugend (HJ), Bund Deutscher Mädel (BDM), NSLehrerbund, NS-Frauenschaft, NS-Kraftfahrerkorps usw.
Juni
Die Hitlerjugend wird der einzig zugelassene Jugendverband. Kirchliche und freie Organisationen werden eingegliedert oder aufgelöst. Hatte die HJ im Januar 1933 ungefähr 108000 Mitglieder, sollten es zwei Jahre später schon vier Millionen sein. Schon bald bilden sich Gruppen von unangepassten Jugendlichen: Navajos, Edelweißpiraten, Leipziger Meuten, Swings, Kittelbachpiraten u. a.
September
Die Gründung der Reichskulturkammer organisiert die Überwachung des kulturellen Lebens. Nur Mitglieder dürfen in Kunst, Theater, Film, Presse oder als Schriftsteller arbeiten. Juden sind komplett ausgeschlossen. Den Rundfunk, der zukünftig das wichtigste Mittel zur Propaganda sein wird, bringt Reichsminister Dr. Joseph Goebbels unter seine Kontrolle.
November
Reichstagswahl, zu der nur die NSDAP in einer Einheitsliste antritt. Das Motto lautet: »Ein Volk, ein Reich, ein Führer«. Die Wahl ist geheim, aber nicht frei. Die Zustimmung liegt bei über 90 Prozent.
Dezember
Laut Gesetz sind die NSDAP und der Staat »unlöslich« miteinander verbunden. Alles wird der Nazi-Ideologie und deren Parteivertretern untergeordnet. Praktisch bedeutet das, dass in Zukunft z. B. der NSDAP-Gauleiter von Köln mehr Macht besitz als der Oberbürgermeister.

1934
Juni

SS-Reichsführer Heinrich Himmler übernimmt die Macht in der Sicherheitspolitik. Das erste Konzentrationslager zur Internierung politischer Gegner wird im März 1933 in Dachau errichtet, weitere folgen und werden der SS (Schutzstaffel) unterstellt. NS-Gegner, Juden, Homosexuelle, Sinti und Roma
werden interniert und getötet. 29 Haupt- und 1200 Nebenlager bilden ein Netz des Terrors. Darunter auch das KZ Moringen, das zweitweise speziell für Jugendliche genutzt wird. Mit der Gründung der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) wird die Bevölkerung immer lückenloser überwacht. Zivile Gestapo- Spitzel sorgen für ein Klima der Angst und Unterdrückung.
August
Reichspräsident Hindenburg stirbt. Hitler übernimmt das Amt und trägt fortan den Titel Führer und Reichskanzler. Die Soldaten der Wehrmacht müssen künftig den Treueeid auf ihn persönlich leisten.

1935
Juni

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) wird für alle jungen Männer (für Frauen ab 1939) verpflichtend eingeführt. Er dient der Verringerung der Arbeitslosigkeit und der Erziehung zu »guten« Nationalsozialisten. Im Krieg stehen für beide Geschlechter militärische Aufgaben im Vordergrund.
September
Die »Nürnberger Gesetze« bilden die »gesetzmäßige« Grundlage für weitere rassistische und antisemitische Verfolgungen. Im Blutschutzgesetz wird geregelt, dass nur »reinrassige Arier« heiraten dürfen. Außerehelicher Geschlechtsverkehr mit Juden wird als Rassenschande unter schwere Strafe gestellt. Juden werden alle staatsbürgerlichen Rechte aberkannt, bei einer Ausreise oder Deportation verlieren sie zudem ihr Vermögen, Rentenansprüche usw.

1936
Juni

Himmler wird Chef der Deutschen Polizei. Er ist nur Hitler persönlich verantwortlich und vereint mit der SS, der Gestapo und der Polizei sämtliche sicherheitspolitische Macht. Später werden die SS-Totenkopfverbände zur eigenständigen Organisation, zuständig für den Betrieb und die Bewachung der KZ. Im Krieg wird die Waffen-SS hinzukommen, die u. a. die Massenerschießungen von Juden, Kriegsgefangenen und Zivilisten in besetzten Gebieten vorantreibt.
Oktober
Zwangssterilisationen von Menschen mit geistiger Behinderung oder Erbkrankheiten bekamen schon 1933 eine gesetzliche Grundlage. Das »Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes« setzt das fort. Das gipfelt in der Vernichtung von »unwertem Leben« durch Euthanasieprogramme. Geistig behinderte Menschen werden in angeblichen Heilanstalten wie Hadamar mittels Giftspritzen oder Vergasung getötet oder man lässt sie verhungern und an Krankheiten sterben.

1937
Juli

Die Verfolgung von Künstlern, Schriftstellern und Intellektuellen wird weiter vorangetrieben. Vertreter der oppositionellen protestantischen Bekennenden Kirche werden verhaftet.
September
Seit dem Ersten Weltkrieg finden zum ersten Mal große Manöver
der Wehrmacht statt. Gleichzeitig beginnt in Berlin eine Luftschutzwoche mit zahlreichen Übungen. Die Vorzeichen für einen Krieg sind kaum noch zu übersehen. Kurz darauf legt Hitler der Führung der Wehrmacht seine Pläne für die Besetzung von Österreich und der Tschechoslowakei vor.

1938
März

Hitler treibt den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich voran. In einer Volksabstimmung bestätigen die Österreicher, dass sie nunmehr Teil von Nazi-Deutschland sind.
Oktober
Die Wehrmacht besetzt das Sudetenland (Tschechoslowakei). Die Nachbarstaaten, Großbritannien und die USA schreiten nicht ein. Sie glauben, sie könnten mit der sogenannten Beschwichtigungspolitik weitere Übergriffe verhindern.
November
Die geballte Wut der Nationalsozialisten richtet sich wieder gegen die Juden: In der sogenannten Reichskristallnacht zerstören SA- und SS-Trupps massenhaft jüdische Geschäfte, zünden Synagogen an. Es ist der Ausgangspunkt für die endgültige und bald völlig hemmungslose Vernichtung der Juden.

1939
September

Wehrmacht und Besetzung von Polen, der Zweite Weltkrieg beginnt. Großbritannien und Frankreich erklären Deutschland den Krieg.
November
Hitler und der sowjetische Führer Stalin teilen Polen unter sich auf. Noch spüren die Menschen im Deutschen Reich wenig vom Krieg. Erste Gefallene werden beklagt, einige Waren werden bereits rationiert, so bekommt man Kleidung schon jetzt nur gegen Bezugskarten, die sogenannten Reichskleiderkarten. Bald wird es auch Lebensmittelmarken und Bezugsscheine für fast alle Alltagsgüter geben: Fettkarte, Raucherkarte usw.

1940
Mai

Der Angriff gegen Frankreich beginnt und findet schon im Juni mit einem Waffenstillstandsabkommen sein Ende, weshalb er auch als »Blitzkrieg« bezeichnet wird. Die Wehrmacht nimmt große Teile Frankreichs, die Niederlande, Belgien und Luxemburg ein. Zuvor hatte sie Dänemark und Norwegen besetzt. Kurz darauf tritt Italien auf der Seite Deutschlands in den Krieg ein.
August
Die Luftschlacht um England beginnt. Im Laufe des Jahres kommt es zur massiven Bombardierung. Die Stadt Coventry wird im November fast völlig zerstört. Insgesamt sterben über 40000 Menschen bei den Angriffen. Die Luftabwehr der Briten ist stärker, als Hermann Göring, der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, es erwartet hat. Bald beginnen die Gegenschläge der Briten.

1941
Juni

Unter dem Decknamen »Unternehmen Barbarossa« beginnt der Russlandfeldzug mit über drei Millionen Soldaten. Hitler bezeichnet diesen Feldzug als Vernichtungskampf: Es soll Lebensraum für das deutsche Volk gewonnen und auf die Zivilbevölkerung keine Rücksicht genommen werden. Er fordert Offiziere und Truppen indirekt zu den schlimmsten Kriegsverbrechen auf. Massenerschießungen und Terror gegen die Menschen in den besetzten Gebieten sind die Folge.
September
Im Sommer beschließt die NS-Führung, dass alle europäischen Juden ermordet werden sollen. Der Judenstern wird eingeführt: ein gelber sechszackiger Aufnäher mit dem Wort JUDE darauf.
Oktober
Im Herbst richten die Kölner Behörden in Köln-Müngersdorf Baracken für ein Sammellager ein, in dem Juden aus Köln bis zu ihrem Abtransport eingesperrt werden. Zum Netz der Konzentrationslager im Deutschen Reich und in den bisher besetzten Gebieten, die vorwiegend als Straf- und Arbeitslager genutzt wurden, kommen nun die zur industrialisierten Vernichtung ausgebauten Lager wie Auschwitz in Polen. Allein in Auschwitz- Birkenau wird die SS über eine Million Menschen ermorden, größtenteils Juden sowie Sinti und Roma aus ganz Europa. Am 22. Oktober fährt in Köln-Deutz der erste Zug mit Kölner Juden ab, zunächst in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź/Polen).
Dezember
Die japanische Luftwaffe greift die US-Pazifikflotte in Pearl Harbour auf Hawaii an. Die USA erklären Deutschland, das mit Japan verbündet ist, den Krieg. Am 7. Dezember startet ein weiterer größerer Transport von Kölner Juden in das Ghetto Riga (Lettland). Bis Mitte 1942 wird die Gestapo die Deportation fast der gesamten jüdischen Bevölkerung Kölns, vormals 20000 Menschen, organisieren. Der anfangs schnelle Russlandfeldzug kommt im Winter ins Stocken.

1942
Mai

Mit dem 1000-Bomber-Angriff am 30./31. Mai erreicht der Luftkrieg eine neue Eskalationsstufe. In Köln vollzieht sich der Wechsel von der noch halbwegs »geordneten« Kriegsgesellschaft in eine Überlebensgesellschaft, in der von Monat zu Monat bis zum totalen Zusammenbruch 1945 immer mehr soziale, politische und moralische Werte an Bedeutung verlieren. Väter und Brüder stehen an der Front, die zurückgebliebenen Mütter und Großmütter, die sonst Halt und Schutz gewährleisteten, sind mit dem täglichen Überlebenskampf beschäftigt. Von Tag zu Tag müssen Kinder und Jugendliche selbst entscheiden, was richtig oder falsch ist.
Juni
Im Juni 1942 beginnt eine neue Offensive im Osten, deren besonderes Ziel die Einnahme von Stalingrad ist. Bis in den Spätsommer stoßen die deutschen Truppen vor, im Herbst haben sie 90 Prozent der Stadt (unter jetzt schon heftigen Verlusten) eingenommen. Weitere Transporte von Kölner Juden gehen ins KZ Theresienstadt. Am Ende werden dort 2514 jüdische Menschen verschleppt, 231 davon überleben das Dritte Reich.
November
330000 Soldaten der Wehrmacht werden in Stalingrad von der Roten Armee eingekesselt. Hitler befiehlt den deutschen Truppen auszuharren. Die Lage der Soldaten im Kessel ist aussichtslos, sie sind nicht gegen den erbarmungslosen russischen Winter gerüstet.
Dezember
Bei einer Verhaftungswelle erleiden die Gruppen der Edelweißpiraten einen Rückschlag. Die Ermittlungen und Prozesse dauern bis Mitte 1943 an. Viele der jungen Männer entgehen einer Verfolgung durch die freiwillige Meldung an die Front oder zum Reichsarbeitsdienst. Mädchen werden kaum noch aktenkundig. Immer mehr Jugendliche entziehen sich jedoch der Hitlerjugend.

1943
Januar

Die bisher überlebenden Soldaten in Stalingrad können der Roten Armee fast nichts mehr entgegensetzen. Hitler verbietet die Kapitulation, am 31. Januar geht Generalfeldmarschall Paulus mit seinen Offizieren und Truppen in die Gefangenschaft. Von 110000 Soldaten der Wehrmacht und verbündeten Truppen, die in Gefangenschaft gerieten, werden nur 6000 in ihre Heimat zurückkehren. Über 700000 Menschen kommen in den Kämpfen um Stalingrad ums Leben, die meisten davon sind russische Soldaten. Die Schlacht um Stalingrad stellt den psychologischen Wendepunkt des Krieges dar.
Februar
Der Luftkrieg gegen die deutschen Städte wird von Monat zu Monat intensiver. Die Menschen werden immer kriegsmüder, halten dem Regime aber die Treue. Die Gestapo verschärft die Verfolgung beim geringsten Versuch des Widerstands. Schon kleine Vergehen werden als Hochverrat und Wehrkraftzersetzung strengstens geahndet. Goebbels hält am 18. Februar eine Rede, die über den Rundfunk im ganzen Reich verbreitet wird. Der Propagandaminister peitscht das Publikum auf, fordert Opferbereitschaft, größte Anstrengungen bis zum letzten Einsatz für Führer, Volk und Vaterland. »Wollt ihr den totalen Krieg?«, schreit er heraus. Die Antwort aus vielen Kehlen lautet: »Ja!« – nicht zuletzt weil viele mittlerweile wissen, dass die im Namen des deutschen Volkes begangenen Verbrechen auf jeden Einzelnen zurückfallen könnten.
Juni
Am 29. Juni, beim sogenannten Peter-und-Paul-Angriff, macht der nächste besonders verheerende Schlag die Kölner Innenstadt fast dem Erdboden gleich. Das Ziel steht fest: Die Moral der Zivilbevölkerung soll gebrochen werden. Aber die Deutschen machen weiter mit, halten Adolf Hitler und dem Nationalsozialismus die Treue, bis zum bitteren Ende.

1944
Juni
Unter Verlusten gelingt britischen und amerikanischen Truppen am sogenannten D-Day die Landung an der Küste der Normandie im Norden Frankreichs. Gegen die Gegenwehr der Deutschen marschieren die Alliierten weiter und befreien Paris im August. Wie in anderen besetzten Gebieten kommt es auch dort zu brutalen Massakern: Als Vergeltung für einen ermordeten SSOffizier töten deutsche Truppen im französischen Ort Oradoursur- Glane alle 642 Einwohner.
Juli
Im Osten marschiert die Rote Armee in einer Gegenoffensive vor und erreicht die Grenzen Polens. Vorher räumt die SS das Vernichtungslager Lublin-Majdanek, in dem über eineinhalb Millionen Menschen getötet wurden. Die letzten Häftlinge liquidiert die SS oder treibt sie in Todesmärschen Richtung Westen. Am 20. Juli misslingt das Attentat der Widerstandgruppe um Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg. Eine Vielzahl von Widerständlern des Netzwerks wird verhaftet, in Schauprozessen verurteilt und hingerichtet.
September
Erstmalig erreichen alliierte Truppen bei Trier das ehemalige
Gebiet des Deutschen Reiches. Auf allen Ebenen beginnen Maßnahmen, die der Aussichtslosigkeit der Kriegführung geschuldet sind. Hitler veranlasst, dass alle wehrfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren für den »Volkssturm« erfasst werden. Im KZ Theresienstadt beginnt die Deportation von 18000 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.
November
In den vom Luftkrieg betroffenen Städten geht es nur noch um das reine Überleben. Im Herbst 1944 greift die Gestapo eine Gruppe auf, zu der auch der Edelweißpirat Bartholomäus »Barthel« Schink gehört. Er wird ohne Prozess von der Gestapo mit zwölf anderen Gefangenen, darunter fünf weitere Jugendliche, öffentlich in Köln-Ehrenfeld gehenkt.

1945
Januar

In Polen beginnt die Winteroffensive der Roten Armee. Die deutsche Wehrmacht verliert weiterhin an allen Fronten an Boden. Die Rote Armee befreit das Vernichtungslager Auschwitz, in dem die Soldaten noch 7600 ausgemergelte Häftlinge vorfinden, die dem Tod näher sind als dem Leben.
Februar
Bei einem schweren Luftangriff der Amerikaner kommen in Berlin rund 3000 Menschen ums Leben. Angriffswellen auf Dresden fordern ca. 20000 Opfer. Die letzten deutschen Einheiten ziehen sich aus Belgien zurück. Die NSDAP ruft nun sogar Frauen und Mädchen zum Hilfsarbeitsdienst beim Volkssturm auf. Die britischen Einheiten beginnen an der Westfront eine Offensive, um die Wehrmacht bis zum rechten Rheinufer zurückzudrängen.
März
Die Wehrmacht beruft alle Jungen des Jahrgangs 1929, also alle 16-Jährigen, zum Kriegsdienst ein. Mit dem »Verbrannte-Erde-Befehl« befiehlt Hitler die Zerstörung aller Industrie- und Versorgungseinrichtungen beim Rückzug. Der Kampf bis zum letzten Tropfen Blut wird angeordnet. Köln wird von den Alliierten besetzt. Amerikanische Einheiten können bei Remagen eine unzerstörte Eisenbahnbrücke über den Rhein besetzen.
April
Der Reichsführer SS Himmler gibt den Befehl, dass alle männlichen Bewohner in Häusern, an denen weiße Kapitulationsflaggen gezeigt werden, standrechtlich erschossen werden sollen. Amerikanische Einheiten befreien das KZ Buchenwald. Was sie zu sehen bekommen, übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Die letzten Wehrmachtstruppen im eingekesselten Ruhrgebiet ergeben sich. Am 22. April dringt die Rote Armee in das Stadtgebiet von Berlin ein. Hitler begeht am 30. April im Führerbunker in Berlin Selbstmord.
Mai
Am 8. Mai tritt die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte in Kraft. Der Krieg und die Herrschaft der Nationalsozialisten sind beendet. Die amerikanische Besatzungsmacht setzt den letzten frei gewählten Oberbürgermeister Konrad Adenauer von Köln wieder ins Amt ein. In Köln sind 90 Prozent der Innenstadt zerstört. Von den über 750000 Einwohnern der Vorkriegszeit leben noch ungefähr 50000 in und unter den Ruinen der einstigen Metropole. Bei den Luftangriffen starben 20000 Menschen in Köln, weitere 20000 Kölner ließen ihr Leben an der Front. 11000 Kölner Juden starben in den Konzentrationslagern, die Zahl der Opfer unter den Sinti, Roma, Behinderten, Zwangsarbeitern, Homosexuellen und politischen Gegnern beläuft sich auf ungefähr 4000.

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