Lesungen in Zeiten der Freiheit

Nun sind Monate vergangen seit dem letzten Eintrag. Zuerst war es die absolute Arbeitsüberlastung, dann das Gegenteil. Corona räumte meinen Kalender ordentlich frei in diesem Jahr. Meine letzte öffentliche Lesung fand im NS Dokumentationszentrum in München statt. Ich bin froh, dass diese noch gelingen konnte. Und ich hoffe, dass ich bald wieder mit diesem Buch vor Leserinnen und Lesern stehen werde. Oder solchen, die es nach der Lesung werden, weil die Geschichte sie ergriffen hat. Dass die Frage danach „Wo die Freiheit wächst“ uns mit der Corona-Krise und den vielen Einschränkungen von Grundrechten so einholen würde, hat niemand gedacht. Die neuen Lesungen (an anderer Stelle dazu mehr) werden sich bestimmt auch um dieses Thema drehen.

Viele Schulen, ein Buch und ein trauriges Ende

Erste Ergebnisse der Kreativ-Workshops Projekt „Viele Schulen, ein Buch“.

Das Projekt „Viele Schulen, ein Buch“ fand dieses Jahr zum dritten Mal statt und es war mir eine riesengroße Ehre, dass die Redaktion Lesepunkte und das Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln ein Kölner Urgewächs, nämlich mein Buch „Wo die Freiheit wächst“, auserwählt hat. In sieben Schulen wurde intensiv zu dem Briefroman gearbeitet, zum Abschluss trafen sich alle in Köln, um ihre Arbeit noch einmal in Workshops und Präsentationen zu vertiefen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Veranstaltung mit mir in der Uni sollte einer der vielen Höhepunkte sein. Sie fand unter der tollen Moderation des WDR-Journalisten Ulrich Noller (übrigens ein fleißiger Leser!) auch statt. Und am nächsten Tag kam die Nachricht, dass an einer beteiligten Schule der erste Coronafall aufgetaucht war. Das Projekt wurde abgebrochen.

Links der Autor, rechts Ulrich Noller

Ein paar Ergebnisse gab es aber, unter anderem die kleinen Kunstwerke der Collage oben, konnten noch „gesichert“ werden. Hier ein paar Eindrücke. Irgendwann wird man vielleicht auch noch ein bisschen mehr davon sehen können. Die Lichtenbergschule aus Darmstadt blieb auf jeden Fall am Ball. Dort werde ich zweimal im Rahmen von Digitalen Autorenbegegnungen zu Gast. Ich freue mich darauf.

Kriegskinder – meine Mutter

Sonntagsspaziergang, Köln 1942 (von links: meine Großmutter, meine Mutter und mein Großvater)

In jedem Buch versteckt sich ein wenig von dir selbst. Oft ist es für niemand erkennbar oder nur deiner Mutter fällt es auf, weil sie ihren Sohn einfach am längsten kennt, auch viele seiner Geheimnisse, viele der Geschichten und Geschichtchen, die sich vielleicht nur Mütter merken. Manches Mal nimmt sie mich dann beiseite und sagte mit verschmitzter Miene: „Ich habe dein neues Buch gelesen, diese eine Sache dort, die verstehe nur ich!“

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