Viele Schulen, ein Buch und ein trauriges Ende

Erste Ergebnisse der Kreativ-Workshops Projekt „Viele Schulen, ein Buch“.

Das Projekt „Viele Schulen, ein Buch“ fand dieses Jahr zum dritten Mal statt und es war mir eine riesengroße Ehre, dass die Redaktion Lesepunkte und das Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln ein Kölner Urgewächs, nämlich mein Buch „Wo die Freiheit wächst“, auserwählt hat. In sieben Schulen wurde intensiv zu dem Briefroman gearbeitet, zum Abschluss trafen sich alle in Köln, um ihre Arbeit noch einmal in Workshops und Präsentationen zu vertiefen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Veranstaltung mit mir in der Uni sollte einer der vielen Höhepunkte sein. Sie fand unter der tollen Moderation des WDR-Journalisten Ulrich Noller (übrigens ein fleißiger Leser!) auch statt. Und am nächsten Tag kam die Nachricht, dass an einer beteiligten Schule der erste Coronafall aufgetaucht war. Das Projekt wurde abgebrochen.

Links der Autor, rechts Ulrich Noller

Ein paar Ergebnisse gab es aber, unter anderem die kleinen Kunstwerke der Collage oben, konnten noch „gesichert“ werden. Hier ein paar Eindrücke. Irgendwann wird man vielleicht auch noch ein bisschen mehr davon sehen können. Die Lichtenbergschule aus Darmstadt blieb auf jeden Fall am Ball. Dort werde ich zweimal im Rahmen von Digitalen Autorenbegegnungen zu Gast. Ich freue mich darauf.

Lesung Kulturhaus Schwartzsche Villa Berlin

Das Buch und alles, was darum passiert, rüttelt mich durch. Jede Geschichte, die ich schreibe, ist mir wichtig, aber diese geht tiefer. Die Lesung im Kulturhaus Schwartzsche Villa in Berlin-Steglitz mit Jugendlichen in dem Alter, für das „Wo die Freiheit wächst“ vorgesehen ist. Das Haus war proppenvoll, meine Spannung extrem hoch. Nach der wundervollen Lesung in Köln mit Gerlis Zillgens und Maren Gottschalk konnte es doch nur noch schlechter werden. Würde es aber nicht. Anders wurde es, der Text war gekürzt, die Übergänge geändert. Der Applaus am Ende ist mehr als höflich, aber dann kommt es: das große Schweigen. Wenige Fragen, aber irgendwie doch noch gespannte Gesichter. Trotzdem wird abmoderiert, Autogrammkarten, signieren. Die Schülerinnen und Schüler gehen, doch dann kommt Birgit Murke, die Veranstalterin von der LIN LiteraturInitiative, und sagt: „Die stehen nich draußen und haben noch Fragen auf der Seele. Sie brauchten eine Verschnaufpause, mussten sich sammeln.“ Ich gehe sofort raus, wir setzen uns alle in den Biergarten und holen nach, was vorher zu kurz kam: Fragen voller Ernst, mit Tiefe, mit- und nach- und weitergedacht. Nicht nur zum Buch, auch zur Gestaltung der Lesung, ehrlich, mit Verbesserungsvorschlägen. Liebe Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums Lichterfelde, ihr habt mir einen tollen Tag bereitet!

Buchpräsentation & Edelweißpiratenfestival

Zur Einstimmung auf das »Edelweißpiratenfestival« stelle ich am Donnerstag, 4. Juli, 19 Uhr mein Buch „Wo die Freiheit wächst“ vor. Mit mir lesen meine Kolleginnen Gerlis Zillgens die Briefe von Lene und Maren Gottschalk die von Rosi. Die Moderation des Abends übernimmt Dr. Martin Rüther vom NS Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Ort: EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23-25
50667 Köln, Karten reservieren unter 0221/2212-6332 oder per E-Mail an nsdok@stadt-koeln.de – Preis: € 4,50 | ermäßigt: € 2,00

Am Sonntag geht es dann weiter mit dem Edelweißpiratenfestival 2019. Ein lebendiges Denkmal zu Ehren der unangepassten Jugend während der NS-Diktatur, mit 25 Bands auf fünf Parkbühnen. Lasst euch nicht das vielfältige, unangepasste Live-Musik-Programmentgehen, u.a. mit Keshavara, Slightly Rude, Mozah, Concious Culture, Mangoo Factory, Lüül & Band und vielen anderen. Zudem: Ausstellung, Zeitzeugencafé, Interviews, Infostände. Das Jahresthema lautet »Zuflucht Wald« und thematisiert sowohl die vielfältigen Beziehungen der freien bündischen Bewegung zur Natur, als auch die Rolle des Waldes, als Flucht- und Überlebensraum.
Veranstalter: Edelweißpiratenclub e.V. in Kooperation mit dem NS-
Dokumentationszentrum, Köln + Humba e.V. + Südstadtleben e.V. Gefördert von der Stadt Köln – Schirmherrin: OB Henriette Reker